Halbzeit oder Vollzeitjob?
Der alte Trend der Vollzeitbeschäftigung, meist verbunden mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag und Arbeitszeiten von Montag bis Freitag verliert zunehmend an Bedeutung. Neben Wochenendarbeit und anderen atypischen Beschäftigungsverhältnissen, ist die Teilzeitarbeit voll im Vormarsch. Sie wurde in den 1960ern eingeführt, als man verheirateten Frauen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern wollte.

Was bedeutet Teilzeitarbeit?
Teilzeitarbeit lässt sich dahingehend definieren, dass die vertragliche Arbeitszeit kürzer ist als bei Vollzeitarbeit – egal, ob sie nur knapp unter dem Level der Vollzeit liegt und deutlich darunter liegt. Üblich ist allerdings eine Arbeitszeit von 20-30 Stunden pro Woche.
Die Vorteile der Vollzeitarbeit liegen auf der Hand: Es entstehen weniger Lohnnebenkosten als bei Teilzeitarbeit und es ist weniger Aufwand von Seiten des Unternehmens nötig, um die Vollzeitarbeitsplätze zu koordinieren als bei Teilzeitstellen.
Für den Arbeitnehmer ist eine Vollzeitstelle in der Regel lukrativer als Teilzeitarbeit. Nachteile bei Vollzeit liegen in der schwierigen Koordinierbarkeit von Arbeit, Haushalt und Familienleben und darin, dass man weniger Freizeit, Zeit für Hobbies, Weiterbildung und Ehrenämter hat.

Vorteile der Teilzeitarbeit
Teilzeitarbeit hat folgende Vorteile: Sie ist oft mit weniger Stress und Belastung verbunden, allein schon deshalb, weil man früher gehen kann und weil wirklich stressige Posten in der Regel als Fulltime-Jobs vergeben werden. Der Arbeitnehmer hat oft steuerliche Vorteile bei der Teilzeitarbeit. Mütter oder Väter, die Teilzeit arbeiten, haben mehr Zeit für das Kind und ersparen sich für die Zeit, während der sie daheim sind, die Kosten für den Babysitter oder den Hort.
Bei Umstellung auf Teilzeitarbeit, wie es etwa der VW-Konzern nach finanziellen Engpässen praktiziert hat, können mehr Arbeitsplätze erhalten werden.
Für den Arbeitgeber bringt Teilzeitarbeit Kostenvorteile wie niedrigeren Stundenlohn und dass er weniger Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss.

Nachteile der Teilzeitarbeit
Neben dem Fakt, dass man bei Teilzeitarbeit weniger verdient als in einem Vollzeitjob in derselben Sparte, sind auch die Aufstiegsmöglichkeiten nicht dieselben. Karrierehemmnisse bei Teilzeitarbeit sind oft ein Grund, warum viele Arbeitnehmer einen Fulltime-Job anstreben. Auch ist es gängige Praxis, dass Teilzeitmitarbeiter einen niedrigeren Stundenlohn erhalten als Vollzeitmitarbeiter bei gleichwertiger Arbeit.
Dennoch darf nicht vergessen werden, dass Teilzeitarbeit für verantwortungsvolle Mütter und Väter durchaus eine Option ist und dass sie eine Chance ist, nach einer Arbeitspause wieder im Beruf Fuß zu fassen.